19. August 2014

Ein Gewinn für Mieter und Vermieter

Energetische Altbausanierungen rechnen sich, wie ein Beispiel aus Dreieich zeigt

Energetisch und optisch aufgewertet: In diesem sanierten Mehrfamilienhaus profitieren die Mieter von gestiegenem Wohnkomfort und einem um 45 Prozent gesunkenen Heizenergiebedarf.

2010 gewann die Maler Schmidt GmbH aus Dreieich damit den „Großen Fassadenpreis Hessen“.

Die Mieter im Mehrfamilienhaus von Jürgen Jörges lassen die hohen Heizölpreise kalt. Seitdem das Gebäude energetisch saniert wurde, ist die Wohnqualität gestiegen und der Heizenergiebedarf gesunken. Draufzahlen mussten die Bewohner dafür kaum. Trotzdem rechnet sich solch eine Sanierung auch für den Vermieter, wie das Beispiel aus Dreieich zeigt.

Als Jürgen Jörges vor rund zehn Jahren das Mehrfamilienhaus im südhessischen Dreieich kaufte, wusste er, dass die nächste Sanierung nicht mehr lange auf sich warten lassen würde. Das Gebäude war 1911 als Bahnhofsgaststätte gebaut und Anfang der Sechziger zuletzt renoviert worden. „Sieben Jahre hat das Dach noch gut gehalten, dann musste es erneuert werden“, erinnert sich Jörges. Aber auch an anderen Stellen gab es Sanierungsbedarf, zum Beispiel bei den Fenstern und der Fassade. Für den Tischler- und Malermeister eine gute Gelegenheit, die Immobilie auch energetisch auf ein besseres Level zu bringen.

45 Prozent weniger Heizenergiebedarf
Im Juni 2009 begannen die Arbeiten. Neben Dach und Keller ließ Jörges auch die Fassade vollständig wärmedämmen. An der Außenwand des Gebäudes wurden dafür 14 Zentimeter dünne Dalmatiner-Dämmplatten angebracht. Ihren Namen verdanken sie der Zusammensetzung aus weißem Polystyrol und schwarzem Graphit. „Durch diese Materialmischung geht besonders wenig Heizwärme über die Fassade verloren“, weiß Jörges.  Weil sie günstig und leicht zu verarbeiten ist, hatte er dieselbe Dämmung von Caparol verwendet, die er auch den Kunden seines Malerfachbetriebs empfiehlt.

Die Zusatzkosten für die Dämmung machten im Vergleich zur Gesamtinvestition nur einen kleinen Teil aus. Da Jörges diese Kosten vollständig durch ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanzieren konnte, fiel die Entscheidung pro Dämmung umso leichter. Und das zahlt sich heute aus: Zusammen mit der Dachdämmung und den Kunststoff-Fenstern mit Isolierglas tragen die Dalmatiner-Dämmplatten an der Fassade zu einem stark gesunkenen Heizenergiebedarf bei. Lag der jährliche Energieverbrauch für die 415 Quadratmeter Wohnfläche 2008 noch bei 8703 Kilowattstunden, waren es 2010 nur noch 4804 Kilowattstunden ― ein Minus von rund 45 Prozent.

Trotz Sanierung kaum Mehrkosten für die Mieter
Durch die energetischen Umbaumaßnahmen hat Jürgen Jörges den Wert seiner Immobilie deutlich gesteigert. Die sieben Wohneinheiten könnte er im Fall des Falles wesentlich einfacher weitervermieten. Daran besteht allerdings keinerlei Bedarf: Alle Mietparteien, die aktuell in der Wilhelm-Leuschner-Straße 1 leben, sind mit ihrer Wohnsituation denkbar zufrieden. „Das Raumklima hat sich immens verbessert. Gleichzeitig ist der Heizwärmebedarf spürbar runtergegangen“, sagt Mieterin Sandra Spier. Draufzahlen musste sie für den Umbau aber kaum.

„Die Kaltmiete ist nach der Sanierung natürlich etwas gestiegen. Durch die geringeren Nebenkosten liegt die Warmmiete heute aber nahezu auf demselben Niveau wie vor dem Umbau“, so Jörges. Gesetzlich hätte er zwar elf Prozent der Kosten für energetische Sanierung auf die Mieter umlegen können. Doch dank des günstigen KfW-Kredits und der gesunkenen Ausgaben für Heizenergie war eine so deutliche Erhöhung unnötig. Die Mieter leben damit heute in einem behaglichen Zuhause, ohne dafür mehr zahlen zu müssen. Jürgen Jörges profitiert  gleichzeitig von einer vorbildlich gedämmten Immobilie, deren Wert deutlich gestiegen ist und einen wichtigen Teil zum Klimaschutz beiträgt.

Fassadenpreis für erstklassige Gestaltung
Auch optisch kommt das Mehrfamilienhaus gut an. 2010 gewann die Maler Schmidt GmbH aus Dreieich damit den „Großen Fassadenpreis Hessen“, den der Verband „Farbe Gestaltung Bautenschutz Hessen“ zusammen mit Land und Kommunen ausgeschrieben hatte. „Die Optik ist wirklich toll geworden, gerade die Verzierungen“, findet auch Sandra Spier. Gemeint sind die aufgemalten, täuschend echt aussehenden Sandsteinbossen an den Hausecken. Sie verleihen dem Haus eine besondere Note, ebenso wie die aufgemalten Sandsteinbögen an den Fenstern im Erdgeschoss. Wie schon bei der Dämmung vertraute Jörges auf Material von Caparol. Die Siliconharzfarben des Markenherstellers machen die Fassade farbtonstabil, widerstandsfähig und langlebig. So kommen Mieter und Vermieter nicht nur energetisch, sondern auch optisch gut durch den Winter.

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