Wie beeinflusst eine Fassadendämmung das Raumklima?

Die geltende gesetzliche Energieeinsparverordnung fordert die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle, um die Wärmeverluste gering zu halten und eine möglichst hohe Energieeffizienz zu erreichen. Dies wirkt sich auch auf das Raumklima eines Hauses aus – und macht ein entsprechendes Lüftungs- und Nutzerverhalten notwendig.

Fassadendämmung wirkt sich positiv auf die Wohnqualität und Behaglichkeit aus

Ein behagliches Zuhause wünscht sich jeder! Dabei spielen die einzelnen Faktoren des Raumklimas, die in Innenräumen einen Einfluss auf das Wohlbefinden von Menschen haben können, die entscheidende Rolle – vor allem Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzug.

Die Außentemperatur kann ohne Dämmung sehr schnell die Raumtemperatur verändern. Kühle Räume und feuchte Wände lassen dann das Gebäudeinnere ungemütlich werden. Trotz geschlossener Fenster und Türen kann es auf Grund von kalten Wänden zu Zugluft kommen, denn wenn die Wandtemperatur nur zwei Grad unter der Zimmertemperatur liegt, kann eine Luftzirkulation entstehen, die diesen unangenehmen Zuglufteffekt verursacht. Gerade im Winter bei oft trockener Heizungsluft können Erkältungserscheinungen die Folge sein. Die Fassadendämmung verhindert das schnelle Angleichen der Wandtemperatur an die Umgebungsluft. Dieser Spagat zwischen nicht zu warm und nicht zu kalt ist ohne Dämmung gerade bei älteren Gebäuden oft schwierig.

Gedämmte Außenwände halten die Wärme im Haus. Die Zimmerwärme durchdringt zwar die Wand, geht aber nicht nach außen verloren. Nach dem Abschalten der Heizung tritt zusätzlich der so genannte „Kachelofen-Effekt“ auf: Die gespeicherte Wärme in der Wand wird an die Raumluft zurückgegeben, die Wohnung kühlt nicht so schnell aus und es bleibt länger behaglich.

Ohne Temperaturunterschiede gibt es keine Kondensation – und keine Schimmelbildung

Feuchte Luft, die beispielsweise beim Duschen, Kochen oder Atmen entsteht, muss aus den Räumen nach außen transportiert werden. Wird nur unzureichend gelüftet und ist die Luftfeuchtigkeit in den Räumen dauerhaft deutlich erhöht, kann sich in jedem Gebäude irgendwann Schimmel und damit ein Risiko für die Gesundheit seiner Bewohner entwickeln.

Dabei neigen ungedämmte Außenwände an ihren Innenseiten deutlich häufiger zu Schimmelbildung als gut gedämmte Wände. Dies rührt daher, dass sie stärker auskühlen und der Taupunkt bei niedrigen Temperaturen direkt im Mauerwerk liegt. Die Wand ist dadurch deutlich kühler als die Raumluft. In der Folge kann der Wasserdampf aus der warmen Raumluft an der kalten Wand kondensieren. Das Ergebnis: Sie wird feucht. Insbesondere in Außenecken und hinter großen Möbelstücken kann sich dann Schimmel bilden, wenn es keine ausreichende Luftzirkulation gibt.

Eine Fassadendämmung unterbindet diesen Effekt, indem sie den kältesten Punkt der Außenwand in die Dämmschicht verlagert. Durch die Dämmung wird die Temperatur der Wandinnenseite angehoben, sodass sie kaum noch unter der Raumtemperatur liegt. Kondensat kann sich nicht mehr an den Innenwänden niederschlagen.

Ein fachgerecht angebrachtes Fassadendämmsystem hilft also bei richtigem Heiz- und Lüftungsverhalten Schimmelprobleme zu beseitigen. Aber nicht nur das – auch das Raumklima wird spürbar verbessert und es muss weniger geheizt werden, um eine angenehme Raumtemperatur zu erreichen.

Wichtig für ein gutes Raumklima ist zudem die korrekte Verarbeitung der Dämmung. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Anschlussdetails – also etwa Fensterbänke, Rollladenkästen oder Anschlüsse im Bereich von Fenstern und Türen. Es gilt, Lücken in der luftdichten Hülle um das Gebäude und damit Wärmebrücken zu vermeiden.

Tipps für ein gesundes Raumklima

Für ein gesundes Raumklima ist richtiges Lüften unverzichtbar. Hier einige Tipps:

  • Lüften Sie stoßweise. Das heißt: Öffnen Sie das Fenster ganz, dafür aber auch nur kurz – also circa 5–7 Minuten. Längeres Kipplüften lässt die Wand um das Fenster auskühlen, bringt aber nur wenig Luftaustausch im Raum.
  • Achten Sie auf die relative Luftfeuchtigkeit – 60 Prozent sollten nicht überschritten werden.
  • Heizen Sie gleichmäßig und vermeiden Sie große Temperaturunterschiede. Wenn Sie einige Räume – zum Beispiel das Schlafzimmer – deutlich kühler halten, sollten die Türen zu den wärmeren Räumen geschlossen bleiben.
  • Achten Sie bei ungedämmten Kellerräumen besonders im Sommer auf eine richtige Lüftung. Sie bewirkt bei hohen Außentemperaturen hier, dass warme, feuchtere Luft von außen in den Keller eindringt und dort an den kühleren Wänden kondensiert. Lüften Sie Kellerräume also im Sommer nur dann, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Temperatur im Keller – zum Beispiel in kühlen Nächten. In diesem Fall ist Kipplüftung sinnvoller als Stoßlüftung

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