Wohlfühldämmung in Elefantenqualität

Wie steht es um den Brandschutz von Fassadendämmsystemen?

Fassadendämmung benötigt grundsätzlich eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, die vom Deutschen Institut für Bautechnik ausgestellt wird. In dieser ist unter anderem auch der Brandschutz geregelt, die Anforderungen an das Brandverhalten von Fassadendämmsystemen sind durch das Bauordnungsrecht definiert.
Die Aufmerksamkeit ist groß: Fassadendämmsysteme zählen zu den am intensivsten geprüften Baustoffen und ihr Brandverhalten ist durch umfangreiche Gutachten erforscht – mittels zahlreicher Labortests und aufwändiger, maßstabsgetreuer Großversuche an Fassadenprüfständen.

Mit Caparol auf Nummer sicher

Als verantwortungsbewusster Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen liegt uns die sichere Anwendung unserer Produkte natürlich sehr am Herzen und selbstverständlich unterstützen wir alle Maßnahmen, die die Qualität einer Fassadendämmung sichern. Deshalb empfehlen wir allen ausführenden Planern und Handwerkern, schon heute die Hinweise des Deutschen Instituts für Bautechnik umzusetzen – auch wenn diese bisher noch nicht rechtsverbindlich sind (siehe Absatz Das Plus an Sicherheit)

Dämmplatten aus verschiedenen Materialien

Für die Dämmung der Fassade stehen verschiedene Systeme zur Verfügung – mit Dämmplatten aus unterschiedlichen Materialien. Von Caparol sind beispielsweise erhältl

  • Steinwolle-Platten (nicht brennbar)
  • Polystyrol-Hartschaum-Platten, kurz EPS (schwer entflammbar)
  • Dalmatiner S 024: Hybrid-Platten als Kombination aus einem Polyurethan-Kern mit beidseitiger EPS-Kaschierung (schwer entflammbar).


Die nicht brennbare Steinwolle-Platte ist in einigen Fällen zwingend vorgeschrieben, für bestimmte Rahmenbedingungen sind aber auch die schwer entflammbaren EPS- und Hybrid-Platten die ideale Lösung. Wichtig ist in allen Fällen die sorgfältige Verarbeitung durch einen Profi: Er muss darauf achten, alle Brandschutz-Vorschriften einzuhalten und die Systemkomponenten nicht untereinander zu mischen. Das Mischen von Systemkomponenten – also Dämmplatten, Kleber, Armierungsmörtel, Gewebe oder Oberputz verschiedener Hersteller – führt formaljuristisch zum Verlust der bauaufsichtlichen Zulassung.

Schwerentflammbare Systeme für Ihre Sicherheit

Fassadendämmsysteme mit Dalmatiner Dämmplätten aus speziell flammgeschütztem EPS-Hartschaum mit einer Dicke bis zu zehn Zentimetern wurden durch Gutachten als schwerentflammbar (Brandschutzklasse B1) eingestuft. Das bedeutet, dass sie auch bei Einwirkung einer größeren Zündquelle nicht zu einer schnellen Brandausbreitung führen dürfen und der Brand lokal begrenzt bleiben muss. Diese schwerentflammbaren Systeme dürfen zwar ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen an Häusern bis zu einer Höhe von 22 Metern* verbaut werden – für maximale Sicherheit empfiehlt Caparol aber auch hier zusätzliche Brandriegel. Bei Systemen mit Dalmatiner Fassadendämmplatten von mehr als zehn Zentimetern Dicke sind diese zusätzliche Brandschutzmaßnahmen ohnehin vorgeschrieben. Andernfalls sind diese Produkte nur bis zu einer Gebäudehöhe von sieben Metern zugelassen.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen

Als zusätzliche Brandschutzmaßnahme bei schwerentflammbaren Systemen gilt beispielsweise der so genannte Brandriegel. Dieser besteht aus nicht brennbarer Steinwolle und unterbricht horizontal umlaufend mindestens alle zwei Geschosse die EPS-Dämmschicht. So verhindert der Riegel oberhalb der Brandausbruchstelle die Ausbreitung im Dämmstoff über mehr als zwei Geschosse. Eine Alternative ist der so genannte Sturzschutz aus Steinwolle über sämtlichen Gebäudeöffnungen. So wird der Sturz im Brandfall stabilisiert und ein Eindringen des Feuers in den Dämmstoff effektiv verhindert.

Besondere Anforderungen für hohe Gebäude

Für Hochhäuser ab einer Höhe von 22 Metern* und teilweise auch bei besonderen Gebäuden wie Krankenhäusern, Altenheimen und Kindergärten ist zwingend eine Dämmung mit nicht brennbaren Steinwollsystemen vorgeschrieben. Je nach Landesbauordnung und Gebäudegröße vertraut man allerdings auch bei solch sensiblen Einrichtungen oft auf Systeme mit der Dalmatiner Fassadendämmplatte.

Das Plus an Sicherheit

Im Dezember 2014 hat das Deutsche Institut für Bautechnik Hinweise zum erweiterten vorbeugenden Brandschutz veröffentlicht. Diese Hinweise zur Verbesserung von WDVS mit EPS-Dämmstoffen im Brandverhalten sind bisher noch nicht rechtsverbindlich, wir empfehlen dennoch, diese künftigen Vorgaben schon heute umzusetzen:
Unabhängig von der Dämmstoffdicke und der Gebäudeklasse sollten bei Verwendung von EPS-Systemen immer konstruktiven Zusatzmaßnahmen (in Form von zusätzlichen Brandriegeln) geplant und ausgeführt werden. Diese Maßnahme schafft noch mehr Sicherheit für das ohnehin schwerentflammbare WDVS – für den Fall, dass außerhalb des Gebäudes ein Brand entsteht, zum Beispiel durch eine brennende Mülltonne.
Auch die bisher bekannten Brandschutzmaßnahmen, wie umlaufender Brandriegel bzw. Sturzschutz, haben nach wie vor Bestand und sind entsprechend anzuwenden.

Mehr zu den Produkten. Erfahren Sie hier, wie eine Fassadendämmung das Raumklima beeinflusst und wie Sie Schimmelbildung vermeiden können.

 

Legende:
*Gemessen wird von der Geländeoberkante, also der Höhe des umgebenden Erdreichs, bis zur Oberkante der letzten begehbaren Geschossdecke, also dem Fußboden des letzten Geschosses.

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